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Handys in Indien - Hilfsmittel für (fast) alle Probleme

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Date28 Jul 2022

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Den meisten Menschen, die schon einmal für einige Zeit in Indien gelebt haben, wird die folgende Frage bekannt vorkommen: „What is your mobile number?“ oder einfach nur „Mobile number?“ In Indien gibt es tatsächlich so gut wie keine Dienstleistung oder wichtige Angelegenheit, bei der nicht das Handy zum Einsatz kommt. Sei es bei der Einrichtung eines Online-Accounts beim Bürgeramt oder beim Einloggen in ein öffentliches WLAN-Netz, fast immer muss man über eine indische Sim-Karte verfügen, um ein sogenanntes OTP (one-time-password) empfangen zu können, welches zur Verifizierung benötigt wird. Dieses System geht sogar so weit, dass man für die Benutzung des öffentlichen W-LANs am internationalen Flughafen von Delhi ein solches OTP benötigt, wodurch internationale Besucher*innen zumeist erst einmal ohne Internet auskommen müssen. Allerdings wäre Indien auch nicht typisch Indien, wenn sich nicht immer eine kreative Lösung für solche Probleme finden würde: Meist findet sich schnell eine hilfsbereite Person, über deren Telefon das Passwort fürs Internet abgerufen werden kann. 

Wie ihr eine indische Sim-Karte bekommt, lest ihr hier! 

Eine indische Sim-Karte gehört also zu den wichtigsten Dingen, die am Anfang eines Indienaufenthaltes arrangiert werden sollten. Doch selbst beim Kauf einer neuen Sim-Karte zeigt sich, dass ohne eine indische Handynummer in Indien nur sehr wenig funktioniert. Auch für diese Dienstleistung muss eine Mobilnummer angegeben werden, um das OTP zur Registrierung der neuen Karte empfangen zu können. Man findet sich also schnell in der absurden Situation wieder, dass ohne indische Sim-Karte keine neue indische Sim-Karte erworben werden kann. Natürlich drängt sich hier schnell die Frage auf, wie jemals die „erste“ Sim-Karte verkauft werden konnte. Doch in Indien werden solche bürokratischen Probleme meist mit viel Improvisation und Kreativität gelöst – zum Beispiel indem andere Kunden oder sogar vorbeilaufende Passanten um ihre Handynummer gebeten werden. Nicht umsonst hat sich im umgangssprachlichen Hindi das Wort Jugaad etabliert, wofür es in vielen Sprachen keine genaue Übersetzung gibt, was aber soviel bedeutet wie mit kreativen Mitteln ein Problem lösen.

Wenn man erst mal eine indische Sim-Karte ergattert hat, lassen sich allerdings viele Alltagssituationen in Indien einfacher meistern. Schließlich sind spätestens seit der Corona-Pandemie Lieferdienste in Indien allgegenwärtig, für deren Benutzung meist eine indische Telefonnummer benötigt wird. Von Essenslieferungen mit Anbietern wie „Zomato“ oder „Swiggy“ bis hin zum Bestellen von Lebensmitteln, elektronischen Geräten oder Kleidung – so gut wie alles lässt sich mit einer App auf dem Smartphone bequem nach Hause liefern. Einen besonderen Service liefert der Dienstleister „Dunzo“: Bei diesem Lieferdienst kann man alles bestellen, was in den Einzelhandelsgeschäften in der Umgebung der eigenen Wohnung derzeit auf Lager ist. „Dunzo“ fungiert hier als Vermittler zwischen einem Lieferanten und dem Kunden. Man wählt eine Produktkategorie wie frische Lebensmittel oder Medizinprodukte aus und anschließend werden die passenden Läden in der Umgebung angezeigt. Ein Lieferant macht sich auf den Weg zum gewünschten Laden und sendet von dort Fotos von den gewünschten Produkten an den Kunden. Dieser bestätigt wiederum den Auftrag und bezahlt die Bestellung direkt in der App. Anschließend kann der Lieferant die Produkte ausliefern. 

In Indien kann also so ziemlich alles mit dem Handy bestellt oder arrangiert werden. Mittlerweile kommt auch fast kein noch so kleines Geschäft ohne eine Schild mit QR-Code aus, wodurch mithilfe einer digitalen Zahlungsapp schnell und unkompliziert auch kleinste Beträge überwiesen werden können. Schade nur, dass aufgrund nationaler Sicherheitsbestimmungen ein indisches Ausweisdokument zwingend erforderlich ist, um einen solchen digitalen Zahlungsdienst nutzen zu können. In Deutschland beliebte Dienstleister wie „PayPal“ können leider in Indien nicht genutzt werden. 

Gibt es weitere Themen aus dem Alltagsleben in Indien, die euch besonders interessieren? Dann schreibt uns gerne in den Kommentaren oder direkt an [email protected].

Autor: Ferdinand Schlechta

Titelfoto: Unsplash - Yogendra Singh

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